B. Contracts for Difference (CFDs)
1. Definition
2. Vorteile
3. Handelbare Märkte
4. Handelszeiten
5. Kann ich CFDs kaufen und verkaufen?
6. Erhalte ich Dividenden?
7. Gibt es eine minimale Transaktionsgröße?
8. Gibt es eine maximale Transaktionsgröße?
9. Gibt es bestimmte Laufzeiten?
10. Wie kann ich von einem Kursrückgang profitieren?
11. Unterscheiden sich CFD-Kurse von tatsächlichen Aktienkursen?
12. Werden britische Werte unterschiedlich notiert?
1. Definition
CFD steht für Contract for Difference (Differenzkontrakt) und räumt dem Käufer/Verkäufer das Recht auf die Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs seiner Position ein.
Der zugrundeliegende Basiswert einer Position ist in den meisten Fällen eine Aktie (genannt Aktien-CFD). Der CFD spiegelt den Kurs des Basiswertes eins zu eins wieder und weist die gleiche Liquidität auf. Basiswerte können auch Indizes (Dax 30, Nasdaq 100, Dow Jones Industrial, etc.), Rohstoffe (Rohöl, Eisen, Weizen, etc.), Staatsanleihen (Euribor, Eurobobl, Eurobund, etc.) oder Sektoren (US Banks Sector Index, GER Automobile Sector CFD, etc.) sein.
Der Basiswert geht mit Abschluss des Geschäfts nicht physisch in den Besitz des Anlegers über, sondern lediglich das Recht, die Position wieder zu schließen und die Differenz in bar zu verbuchen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Anleger auf steigende oder fallende Kurse spekuliert. Sowohl Käufe als auch Verkäufe sind jederzeit möglich. Wie beim Aktienhandel ergeben sich Gewinne und Verluste aus der Differenz zwischen Ein- und Ausstiegspreis.
Für den Handel muss der Anleger lediglich eine Kaution (Pfand) hinterlegen, die sogenannte Margin. Die Höhe der Margin ist variabel, beträgt aber für die meisten europäischen Aktientitel 5 Prozent des ausmachenden Handelsbetrages (Kurs x Stückzahl). Das gebundene Kapital steht dem Anleger nach Schließung der Position wieder zur Verfügung.
Die Laufzeit eines CFD ist zeitlich unbefristet. Es handelt sich nicht um ein Termingeschäft (wie z. B. Optionen, Futures oder Optionsscheine).
Der CFD-Handel ist ein außerbörsliches Geschäft (OTC – over the counter), d. h. CFDs werden nicht direkt an der Börse gehandelt bzw. notiert.
2. Vorteile
CFDs bieten gegenüber dem tatsächlichen Aktienhandel – und speziell auch im Vergleich zu Optionsscheinen und Zertifikaten - überwältigende Vorteile:
- Geringer Kapitalbedarf
CFD-Positionen werden auf Margin, d. h. unter Aufbringung einer geringen Sicherheitseinlage (Pfand) gehandelt. Der Handel größerer Positionen ist somit bereits mit einem weitaus geringeren Kapitaleinsatz möglich. - Gewinne auch bei fallenden Kursen
Käufe und Leerverkäufe sind mit CFDs gleichermaßen möglich. Der Händler kann somit an jedem Marktverlauf gewinnbringend partizipieren. - Keine Termingeschäfte
CFDs sind keine Termingeschäfte. Sie haben keine definierte Laufzeit und keinen Zeitwertverfall. - Identische Kurse
Die Kurse der handelbaren CFDs entsprechen denen der zugrundeliegenden Basiswerte an den jeweiligen Referenzbörsen/Heimatmärkten (für deutsche Werte = Xetra). - Hohe Liquidität
CFDs verfügen über dieselbe Liquidität, wie die zugrundeliegenden Basiswerte an der jeweiligen Heimatbörse. Dies bedeutet größtmögliche Verfügbarkeit der Stückzahlen bei bestmöglichen Ausführungspreisen. - Preisbildung mit absoluter Transparenz
Die Preisbildung der CFDs ist – im Gegensatz zu Optionsscheinen – ausgesprochen transparent. Maßgebend ist einzig und allein die Kursentwicklung der jeweiligen Basiswerte an ihrer Heimatbörse. Die Preise werden ohne zusätzliche Gebührenkomponenten (wie beispielsweise „Zeitwertverlust“ oder „implizite Volatilität“) errechnet. - Marktvielfalt
Über das Hanseatic Brokerhouse können über 2.500 Aktien-Einzelwerte in Europa, den USA und Asien gehandelt werden. Daneben werden CFDs für Rohstoffe, Indizes, Anleihen und ausgewählte Marktsektoren angeboten. - Geringe Geld-Brief-Spanne
Da CFDs auf Grundlage der Kurse und Stückzahlen an den jeweiligen Heimatbörsen abgewickelt werden, verfügen sie über größtmögliche Liquidität und bestmögliche Geld-Brief-Spannen.
3. Handelbare Märkte- Aktien-CFDs
Die wichtigsten Aktien Europas, Nordamerikas, Asiens sowie des Pazifikraums können auch als Aktien-CFD gehandelt werden. - Index-CFDs
Die größten Indizes der internationalen Börsen werden als Index-CFDs angeboten. Handelbare Index-CFDs sind beispielsweise DAX 30, Nasdaq 100 oder Dow Jones Industrial. - Sektor-CFDs
Spezielle Marktbereiche werden mit den Sektor-CFDs abgedeckt. Beispiel 1: Der „US Banks Sector Index CFD“ umfasst die größten US-Bankentitel und spiegelt deren Performance wieder; Beispiel 2: Der „GER Automobile Sector Index CFD“ repräsentiert die Kurse von sechzehn großen und ausgewählten Unternehmen der deutschen Automobilindustrie. - Rohstoff-CFDs
Auch eine große Auswahl an Rohstoffen (inkl. aller wichtigen Öl-, Getreide- und Metallverträge) ist über das Hanseatic Brokerhouse als CFD handelbar. Dabei ermöglichen CFDs – im Gegensatz zu Futures – auch mit kleinen Kontraktvolumina und geringen Margin-Ansprüchen am Rohstoffmarkt zu handeln. - Treasury-CFDs
Treasuries sind Anleihen, die von internationalen Konsortien emittiert und in mehreren Ländern gleichzeitig zum Verkauf angeboten werden. Emittenten sind große Unternehmen, Staaten und internationale Institutionen. Die Anleihen werden i. d. R. in den bedeutenden Währungen wie US-$, Euro, Yen oder Pfund Sterling quotiert.
Das Hanseatic Brokerhouse bietet gegenwärtig siebzehn handelbare Treasury-CFDs.
4. HandelszeitenEine Übersicht über alle Handelszeiten erhalten Sie hier:
Download Center.
5. Kann ich CFDs kaufen und verkaufen?Ja. CFDs bieten eine einfache Möglichkeit, von positiven und negativen Entwicklungen des zugrundeliegenden Wertes zu profitieren.
Der Kauf (Long-Position) von CFDs ist profitabel, wenn der Kurs des jeweiligen Wertes anschließend steigt. Der Verkauf (Short-Position, in der Fachsprache auch „Leerverkauf“ genannt) von CFDs ist hingegen gewinnbringend, wenn der Kurs des jeweiligen Wertes anschließend fällt.
6. Erhalte ich Dividenden?Ja. Mit CFDs partizipiert der Investor auch an Kapitalmaßnahmen der Unternehmen und erhält beispielsweise die entsprechenden Dividenden (da CFDs jedoch keinen physischen Anteil an einem Unternehmen darstellen, ist eine Stimmberechtigung nicht gegeben).
Die folgende Tabelle enthält eine Übersicht der prozentualen Dividendenerträge aus Long- und Short-Positionen.
Markt
| Long | Short |
| Österreich | 85 | 100 |
| Kanada | 85 | 100 |
| Finnland | 100 | 100 |
| Frankreich | 85 | 100 |
| Deutschland | 85 | 100 |
| Irland | 90 | 90 |
| Italien | 85 | 100 |
| Niederlande | 85 | 100 |
| Norwegen | 85 | 100 |
| Spanien | 82 | 100 |
| | |
| Schweden | 95 | 100 |
| Schweiz | 85 | 100 |
| UK | 90 | 90 |
| USA | 85 | 100 |
7. Gibt es eine minimale Transaktionsgröße?Nein. Es gibt keine Mindestgröße oder Mindesthandelssumme.
8. Gibt es eine maximale Transaktionsgröße?Nein. Es gibt keine maximale Transaktionsgröße. Das maximal handelbare Volumen ist allein abhängig von der Höhe des Handelskapitals des Kunden sowie von der vorhandenen Stückzahl an der jeweiligen Referenzbörse.
9. Gibt es bestimmte Laufzeiten?Nein. Ein CFD ist ein offener Kontrakt mit unbegrenzter Laufzeit, denn es handelt sich nicht um ein Termingeschäft (Optionsschein, Option, Future, o. Ä.).
Eine bis zum Ende eines Handelstages gehaltene CFD-Position wird automatisch in den folgenden Tag übertragen. Für diesen Vorgang werden bei Long-Positionen Finanzierungszinsen berechnet, bei Short-Position hingegen gutgeschrieben. Sofern ausreichend Kapital für die Sicherheitseinlage (Margin) zur Verfügung steht, kann eine Position zeitlich unbegrenzt gehalten werden.
Jeder Kunde kann beim CFD-Handel den Zeithorizont entsprechend seiner persönlichen Strategie und seiner finanziellen Möglichkeiten anpassen. Daytrading ist ebenso möglich wie mittel- bis längerfristige Investitionen.
10. Wie kann ich von einem Kursrückgang profitieren?Zur Eröffnung einer Position können CFDs auch verkauft werden („short gehen“). Man spekuliert dann auf fallende Kurse.
-> „Wie ist es jedoch möglich, dass man etwas verkauft, was man nicht besitzt?“
Da ein CFD kein physischer Anteilswert an einem Unternehmen ist, sondern ein synthetischer Wert (der gleichwohl die Kursentwicklung des Basiswertes genau spiegelt), hat der CFD-Anleger auch die Möglichkeit, einen Wert zunächst zu verkaufen und später zu einem anderen Kurs zurückzukaufen. Der zuvor verkaufte Wert kann später zu einem günstigeren Kurs zurückgekauft werden (wobei in keinem der beiden Fälle eine konkrete Lieferung vollzogen wird).
Der Kunde hat in jedem Fall das Recht, Positionen zu öffnen und zu schließen und die Spanne zwischen Einstiegs- und Ausstiegskurs als Gewinn zu verbuchen.
Beispiel:Die Aktie „X“ notiert aktuell bei 15,00 €/15,02 € (Geld- / Briefkurs). Ein Anleger ist der Meinung, dass der Kurs dieses Wertes in absehbarer Zeit fallen wird und entschließt sich, eine Position zu eröffnen, indem er 1.000 CFDs dieser Aktie „X“ zu 15,00 € verkaufen. Er eröffnet also eine
Short-Position:| Verkaufskurs (Geldkurs): | 15,00 € |
| Anzahl CFDs: | 1.000 Stück |
| Gesamtwert der Position: | 15.000 € (15,00 € x 1.000 Stück) |
| Benötigte Margin 5 %: | 750 € (15.000 € x 5 %) |
| Ordergebühr 0,25 %: | 37,50 € (15.000 € x 0,25 %) |
Die Prognose erweist sich als richtig und der Kurs fällt auf 14,78 €/14,80 €. Um von diesem Kursrückgang zu profitieren, entschließt sich der Anleger, die Position zu schließen, indem er 1.000 CFDs der Aktie „X“ zu 14,80 € kauft.
Short-Position schließen:| Kaufkurs (Briefkurs): | 14,80 € |
| Anzahl CFDs: | 1.000 Stück |
| Gesamtwert der Position: | 14.800 € (14,80 € x 1.000 Stück) |
| Benötigte Margin: | Keine, da die Position durch diesen Handel aufgelöst wird. Die zuvor gebundene Margin der Short-Position wird durch das Glattstellen der Position automatisch zu freiem Kapital. |
| Ordergebühr 0,25 %: | 37,00 € (14.800 € x 0,25 %) |
Bilanz:125,50 € Gewinn (1.000 Stücke x 0,20 € (15,00 € – 14,80 €) - 74,50 € (37,50 € + 37,50 €))
11. Unterscheiden sich CFD-Kurse von tatsächlichen Aktienkursen?Nein. CFDs spiegeln die Kurse der Basiswerte sowie das jeweilige Handelsvolumen an den entsprechenden Heimatbörsen wieder.
12. Werden britische Werte unterschiedlich notiert?Ja. Britische Werte werden in der Regel in Pence notiert.
Beispiel: Die Notierung der britischen Aktie Vodafone von 123,75 / 124,00 wird wie folgt gesprochen:
1 Pfund 23 Pence und 3 Quarter Pence zu 1 Pfund 24 Pence.
Je nach Kurs der britischen Werte liegen die kleinsten variablen Einheiten zwischen 0,0010 und 0,01 britischen Pfund (GBP).
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